Statt über das tägliche Programm, das in der Flimmerkiste läuft, zu schimpfen, kann man sich durchaus überlegen, wie man sich damit abfinden kann. Man muss ja nicht einfach dasitzen, und alles ansehen, was einem angeboten wird, sondern kann durchaus durch die Fernbedienung auswählen, was man sieht, beziehungsweise abschalten und sich eine andere Beschäftigung suchen. Es sei dahingestellt, ob man alles wirklich annehmen muss, was durch die Sender angeboten wird; dennoch ist jeder Mensch ganz allein verantwortlich dafür, was er sich im Endeffekt anschaut. Statt zu schimpfen und dann doch die mehr oder minder unterhaltsamen und geistreichen Sendungen anzusehen, hat man immer noch die Möglichkeit, sich einfach gegen das tägliche Fernsehprogramm aus Gewohnheit zu entscheiden, und sich genau auszusuchen, was man sieht.
Man muss zugeben, dass man schon ein dickes Fell haben muss, wenn man einmal betrachtet, was so täglich über den Bildschirm läuft. Talkshows, in denen sich die Gäste Beleidigungen an den Kopf werfen, sich öffentlich über ihre Beziehungen streiten, sich zum Affen machen, oder auch Vaterschaftstests zur Belustigung aller anfertigen lassen, sind wirklich nicht das, was man von einem bildenden Medium erwartet. Andererseits wollen viele Menschen genau das sehen, sonst gäbe es diese Sendungen ja nicht. Auch die Gerichtsshows, mit ihren erfundenen und oft sehr skurrilen Fällen sind nicht geeignet, um sich weiterzubilden. Dennoch gibt es Menschen, die es kaum erwarten können, bis der Zeiger der Uhr endlich den Sendebeginn für den Lieblingsrichter ankündigt. Nun gibt es Menschen, die aus Langeweile vor dem TV sitzen, durch die Kanäle zappen und meckern, statt sich eine andere Beschäftigung zu suchen. Dabei wird vergessen, dass man schon längste die Fotos von der Kamera zum Fotobuch umwandeln wollte, dass vieles andere nur darauf wartet, erledigt zu werden.
Soaps polarisieren. Entweder, man liebt sie und muss sie täglich sehen, oder man hasst sie, und findet es unverständlich, wie sehr sich manche Menschen davon einlullen lassen. Da es aber langweilig wäre, wenn das Fernsehprogramm nur aus Nachrichten und Dokumentationen bestünde, muss auch für diese Serien beziehungsweise Seifenopern Sendeplatz eingeräumt werden. Musiksendungen, Klassiker aus der Kinogeschichte, ebenso wie die Neuheiten wechseln sich ab, und alles findet Befürworter und Menschen, die von Grund auf eine Abneigung hegen.
Vernünftiger Umgang mit dem Fernsehprogramm sollte ab frühester Jugend trainiert werden. So kann man sich eigenverantwortlich ein Wochenprogramm zusammenstellen, und die Zeit, in der man zwar frei hat, aber nichts passendes gesendet wird, ganz einfach nutzen, um sich anderen Dingen, wie Sport, gesellschaftlichen Aktivitäten oder was auch immer in Frage kommt, zu widmen.
